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Kosten für Einrichtungsgegenstände bei doppelter Haushaltsführung voll abziehbar

Gemäß § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 4 EStG können als Unterkunftskosten für eine doppelte Haushaltsführung im Inland die tatsächlichen Aufwendungen für die Nutzung der Unterkunft angesetzt werden, höchstens 1000 Euro im Monat. Der BFH hat nun klargestellt, dass Kosten für Einrichtungsgegenstände und Hausrat nicht zu den Aufwendungen für die Nutzung der Unterkunft gehören, die begrenzt abzugsfähig sind. Es handelt sich vielmehr um sonstige Mehraufwendungen einer doppelten Haushaltsführung, die unter den allgemeinen Voraussetzungen als Werbungskosten abziehbar sind (vgl. BFH vom 04.04.2019 - VI R 18/17, DStR 2019, 1194). Diese Entscheidung ist begrüßenswert und beendet Auseinandersetzungen mit dem Finanzamt in diesem Punkt. 

 

Fortbildungskosten als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben geltend machen und Verlustabzug nutzen

Machen Sie die teilweise hohen Kosten Ihres MBA-Studiums als Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend. Hierzu zählen beispielsweise Studiengebühren, Darlehenszinsen, Reisekosten, ggf. Unterkunftskosten und Verpflegungspauschalen etc. Auch wenn Sie in den Jahren der Fortbildung keine Einkünfte haben/hatten, können die entstandenen Kosten über den Verlustrücktrag bzw. Verlustvortrag die steuerliche Belastung der Vorjahre oder der zukünftigen Jahre mindern.

Gemäß § 10d Abs. 1 Satz 1 EStG sind negative Einkünfte, die bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte nicht ausgeglichen werden, bis zu einem Betrag von 1.000.000 Euro, bei Ehegatten, die nach den §§ 26, 26b EStG zusammenveranlagt werden, bis zu einem Betrag von 2.000.000 Euro vom Gesamtbetrag der Einkünfte des unmittelbar vorangegangenen Veranlagungszeitraums vorrangig vor Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen und sonstigen Abzugsbeträgen abzuziehen (Verlustrücktrag).
Negative Einkünfte erzielen Sie, wenn Ihre Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben höher sind als die Einnahmen. Es entsteht ein Verlust, der von Amts wegen ins Vorjahr zurückgetragen wird. Die Höhe des Rücktrags bestimmt sich dabei nach der Höhe des Gesamtbetrags der Einkünfte des Vorjahres. Verbleibende Verlustbeträge werden vorgetragen. In vielen Fällen ist ein vollständiger Verlustrücktrag, wie ihn die Finanzverwaltung vornimmt, nachteilig, weil sich so weder die Sonderausgaben noch der Grundfreibetrag nach § 32a Abs. 1 Nr. 1 EStG des Vorjahres auswirken. § 10d Abs. 1 Satz 5 EStG ermöglicht dem Steuerpflichtigen, den Verlustrücktrag ganz oder teilweise zu begrenzen und so Verlustpotential in die Folgejahre zu übertragen, das ansonsten verloren wäre.
§ 10d Abs. 2 EStG regelt den zeitlich unbegrenzten Verlustvortrag.

 

Wirtschaftlichen Zusammenhang in Zweifelsfällen dokumentieren

Für den Abzug als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben ist von entscheidender Bedeutung, dass die Fortbildungskosten in einem wirtschaftlichen Zusammenhang mit inländischen Einkünften stehen. Dabei gilt das Veranlassungsprinzip. Erzielen Sie nach dem MBA-Studium inländische Einkünfte, ist der Zusammenhang relativ einfach nachzuweisen. Gehen Sie direkt nach dem Studium ins Ausland, wird das Finanzamt die Fortbildungskosten regelmäßig nicht zum Abzug zulassen. Sie müssen in diesem Fällen nachweisen, dass Sie das MBA-Studium aufgenommen haben, um im Inland tätig zu werden. Dokumentieren Sie daher alles zu diesem Thema, insbesondere Bewerbungsverfahren, Gespräche mit inländischen Arbeitgebern, E-Mail-Verkehr, Bewerbungsunterlagen.

 

Fristen beachten

Es gilt die Festsetzungsverjährungsfrist von vier Jahren nach § 169 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 EStG. Sie beginnt grundsätzlich mit Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die Steuer entstanden ist. Die Einkommensteuer 2019 entsteht mit Ablauf des Jahres 2019 (§ 36 Abs. 1 EStG). Die Festsetzungsfrist für die Einkommensteuer 2019 endet in diesem Fall mit Ablauf des Jahres 2023.
Ist eine Steuererklärung einzureichen, beginnt die Festsetzungsfrist mit Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die Steuererklärung eingereicht wird, spätestens jedoch mit Ablauf des dritten Kalenderjahrs, das auf das Kalenderjahr folgt, in dem die Steuer entstanden ist (§ 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AO). Wird die Steuererklärung 2019 im Jahr 2020 eingereicht, beginnt die Frist also mit Ablauf des Jahres 2020 und endet mit Ablauf des Jahres 2024. Fehlt die Einreichung einer Steuererklärung, beginnt die Frist mit Ablauf des Jahres 2022 und endet mit Ablauf des Jahres 2026.
Bitte beachten Sie, dass es neben der Festsetzungfrist noch andere wichtige Fristen, wie beispielsweise die Einspruchsfrist nach § 355 Abs. 1 AO), gibt.

 

Dieser kurze Überblick ist nicht vollständig und kann eine steuerliche Beratung nicht ersetzen. Sprechen Sie mich hierzu gerne an.